......................................................................Unsortiert, Verquert, Spontan, Geklaut, Verdaut und Ausgekotzt

"Sex im Alter findet in der Wahrnehmung nicht statt, weil die Gesellschaft sich scheut, faltige, nackte Haut zu zeigen."

Grabinschrift

„Wenn Du mal gestorben bist, lasse ich auf Deinen Grabstein schreiben:

Sie hat nicht gelebt.
Sie hat nicht geliebt.
Sie hat nicht genossen.
Sie hat sich niemals gehen lassen.
Aber es war immer alles sauber.“

(Carla Berling)


Ich würde ja im Grab rotieren und vor Entsetzen glatt nochmals sterben. 

Single, und nun?

„Frau Müller, Sie sind seit einigen Jahren Single. Stört Sie das nicht? Vermissen Sie nichts?“

„Nein. Ich hatte meine Beziehungserfahrungen. Manche verdammt gut, manche sehr schräg, manche erbärmlich, manche gefährlich – alle ausgesprochen lehrreich.“

„Und nun sind Sie zufrieden? Nicht einsam?“

„Zufrieden ja. Einsam manchmal. Allerdings wäre mir heute der Preis für eine innige, konventionelle Zweierbeziehung in manchen Bereichen viel zu hoch.“

„Fehlen Ihnen nicht Sinnlichkeiten und Erotik?“

„Sie meinen Sex? Dafür brauche ich heute keine feste Partnerschaft mehr mit allem Drum und Dran. Ich kann ganz gut für mich sorgen und muss bei Befriedigung meiner derartigen Bedürfnisse nicht mehr gleich in die Beziehungskiste springen.“

„Welche Art von Partnerschaft könnten Sie sich denn heute vorstellen für sich?“

„Zwei Modelle. Modell eins: Ich treffe auf einen Menschen, dessen Interessen, Wissen, Humor, Erfahrungen, Haltung, Menschenbild, Spontanität, Sinnlichkeiten und Sehnsüchte sich von jetzt auf gleich mit den meinen derartig verzahnen, so dass die Form der Beziehung unerheblicher Schnickschnack wäre, der keiner sofortigen Klärung bedürfte. So als würde man sich schon seit ewigen Zeiten kennen. Kein Beginn bei null, sondern gleich mittendrin. Modell zwei, und Achtung, hier wird es müllerisch: Ein Mensch, der gänzlich anders tickt als ich, mich aber durch dieses Anderssein dermaßen verzückt, dass ich ihm durch die ganze Welt (im wörtlichen Sinne) folgen und ihn begleiten würde bei seinen Lebensabenteuern. Als Gefährtin, Beraterin, Zuschauerin, Teilende im Sinne von: Wir lachen uns gemeinsam schräg über seine und meine amüsanten und manchmal verworrenen Unternehmungen zur Befriedigung unserer jeweiligen Lebensgelüste. Übrigens in beiden Fällen spielen für mich Geschlecht gar keine und Alter nur eine situationsbedingt jeweils genau zu überprüfende Rolle.“

„Nun, Frau Müller, das sind Vorstellungen, die kaum zu erfüllen sein werden und auch sehr wenig mit klassischen Beziehungsmodellen zu tun haben.“

„Ach? Wir werden sehen. Und bis dahin habe ich ja mich und meine Zufriedenheit mit mir. Ausreichend, ausgesprochen ausreichend.“

Missverständnisse. Grundlegende.

„Was heute so in der Welt los ist, das ist ja erschreckend!“

„Die Busfahrt in die nächste Stadt kostet mich jetzt zehn Euro hin und zurück. Das kann ich mir von meiner Rente gar nicht leisten.“

„Ähm, ich meinte eher so das Politische.“

„Der Bäcker hat jetzt auch zu gemacht. Wenn ich frisches Brot will, dann muss ich in den nächsten Ort fahren. Das schaffe ich im Winter oft gar nicht.“

„Die Rechten, die USA, der Nahostkonflikt!“

„Wenn mein Hausarzt jetzt seine Praxis aufgibt, dann gibt es hier keinen Arzt mehr. Nur noch in den großen Gemeinden. Das macht mir Angst.“

„Man, du hast doch bestimmt auch gehört, was der Höcke und der Trump so menschenverachtendes von sich geben?!“

„Manchmal schaffe ich es nicht mehr dreimal am Tag mit meinem Hund Gassi zu gehen. Die Beine wollen nicht mehr. Was soll ich bloß machen, wenn das noch schlimmer wird?“

„Wen wirst du wählen im September?“

„Immer öfter fühle ich mich so einsam und allein gelassen. Meine Kinder leben ihr eigenes Leben und viele meiner Freundinnen von früher sind entweder tot oder weggezogen. Ich weine dann manchmal.“

„Mein Gott, du bist ja so unpolitisch. Kein Wunder, dass die Rechten immer mehr werden und die Welt zugrunde geht!“



Wir sprechen zu oft über die falschen Menschen und Dinge. Wir hören nicht zu.