......................................................................Unsortiert, Verquert, Spontan, Geklaut, Verdaut und Ausgekotzt

Never

„When I first found out how babies were born, I couldn't believe
it. To think that my mother and father could do such a thing.”

Then, after a moment's reflection:

“My father-maybe: but my mother-never!”


(O'Donohue 1987)

Gevatter Tod

„… Der erste, der ihm begegnete, das war der liebe Gott. Der wusste schon, was er auf dem Herzen hatte, und sprach zu ihm: "Armer Mann, du dauerst mich, ich will dein Kind aus der Taufe heben, will für es sorgen und es glücklich machen auf Erden." Der Mann sprach: "Wer bist du?" - "Ich bin der liebe Gott." - "So begehr' ich dich nicht zu Gevatter," sagte der Mann, "du gibst dem Reichen und lässest den Armen hungern." Also wendete er sich von dem Herrn und ging weiter. Da trat der Teufel zu ihm und sprach: "Was suchst du? Willst du mich zum Paten deines Kindes nehmen, so will ich ihm Gold die Hülle und Fülle und alle Lust der Welt dazu geben." Der Mann fragte: "Wer bist du?" - "Ich bin der Teufel." - "So begehr' ich dich nicht zu Gevatter," sprach der Mann, "du betrügst und verführst die Menschen." Er ging weiter; da kam der dürrbeinige Tod auf ihn zugeschritten und sprach: "Nimm mich zu Gevatter." Der Mann fragte: "Wer bist du?" - "Ich bin der Tod, der alle gleichmacht." Da sprach der Mann: "Du bist der Rechte, du holst den Reichen wie den Armen ohne Unterschied, du sollst mein Gevattersmann sein. …"


(Aus „Der Gevatter Tod“, ein Märchen der Brüder Grimm)

Endlichkeiten

Das sich langsam einschleichende Bewusstsein für die Endlichkeit eines jedweden Daseins, also auch des meinigen, versetzt mich immer mehr in Widerspruch zu den mich umflutenden absurd verlogenen Heilsversprechungen einer Gesellschaft, die mit eilender Hast und nicht sättigender maßloser Prasserei mein Alter und meinen künftigen Tod bis zur Bedeutungslosigkeit zu übermalen versucht. Diesem übergriffigen Enteignungsversuch des mir ganz und gar Eigenen werde ich mich bis zum letzten Handkuss des Gevatters mit Lust und lachendem Gemüt standhaft widersetzen.

Lockende Stille

Es fällt mir mit zunehmendem Alter schwerer, die Dinge beim Namen zu nennen. Nicht, weil ich ihre Namen nicht wüsste, sondern weil ich sie schon so oft wiederholt habe. Die Quelle in mir, die mich all die vergangenen Jahrzehnte ermutigt hat, wieder und wieder geduldig die gleichen Sachverhalte aufzuzeigen, zu erklären, zu deuten, gluckert an manchen Tagen nur noch rinnsälig vor sich hin. Es kostet mich heute mehr Kraft als früher den zukunftstragenden Sinn hinter meinem Engagement zu erkennen und ihn als Motivationsbeschleuniger anzuzapfen. Es ermüdet, wenn man sieht, wie mühsam Entwicklung bei den Menschen läuft, wie träge Erkenntnis sich verbreitet und welchen depperten Abzweigungen und welchen erbärmlichen Rückschritten sich Menschlichkeit tänzelnd weltweit hingibt.

Auf der anderen Seite beschimpfe ich mich dann des Öfteren als anmaßend, lernte ich doch, dass man eigene Erfahrungen nicht eins zu eins an die Nachkommenden weiter geben kann, sondern jeder Mensch seine eigenen machen und selbstständige Schlüsse daraus ziehen können muss. Und dann schreibe und rede ich wieder in der Hoffnung, hilfreich kleine Puzzleteile zum eigenständigen Denken an die Hand geben zu können.

Jedoch ermüde ich schneller und lasse mich fallen in eine Stille in mir, die ich als wohltuend und schützend empfinde. Nur das Lächeln meiner kleinen Enkelin durchbricht diese Stille dann. Sie, mit ihren klugen fragenden Augen. Dann weiß ich sofort, warum ich die Namen der Dinge auch noch hunderttausend Mal wiederholen werde. 

Zeitenwandel


„Bloß weil du älter bist als ich, hast du doch nicht automatisch recht!“

„Obwohl ich älter bin als du, könnte ich in manchen Sachen doch recht haben.“

Unruhestand?

"Doch wenn der Unruhestand zum Imperativ wird, verlieren wir die Freiheit, einfach auf der Ofenbank zu sitzen und die Zeit vorbeiziehen zu lassen. Wir verlieren das Recht auf eine Existenz ohne Ziel und Zweck."          (Anna Sauerbrey, Tagesspiegel, 4.4.2015)

Was für ein feiner Satz!


Leistung und Produktivität, lebenslanges Lernen, Senioren Universität, Fitnesskurse für 60+, Ehrenamt und geringfüge Jobs bis ins hohe Alter, und, und, und – klar, jede, jeder wie sie, wie er mag, kann und will. Wahlfreiheit. Das Recht auf dies und das und jenes Tun oder eben NichtTun. Ohne wirtschaftliche Zielsetzungen und Zwänge. Das wäre dem Alter angemessen. Jedem Alter. 

Stock

Eine nicht ganz einfache Beziehung.
Aber, wir geben uns beide Mühe.